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Hinweis: Lektion 4.4 vertieft das Thema Forschungsfrage!

(Transkript)


Forschungsprozesse verlaufen im Grunde genommen stets ähnlich:

1. Eine Problemstellung wird definiert – sie kann selbst erkannt oder auch als Auftrag vorgegeben sein.

2. Ein dazu passendes Forschungsziel ist zu formulieren und zu begründen. Ohne Ziel gibt es keinen Weg! Das zu definierende Ziel muss einen nachvollziehbaren Grund haben. Es erfordert einen Entdeckungszusammenhang (der die Problemstellung beinhaltet und benennt) und einen Begründungs- bzw. Analysezusammenhang. Mitunter erscheint ein größeres und breiter angelegtes Ziel lockender als ein kleines, auf klarere Begebenheiten eingeschränktes Ziel. Doch ist es ein Merkmal von Wissenschaftlichkeit, sich zu beschränken auf das, was in der gegebenen Zeit und mit den gegebenen Mitteln überhaupt erforschbar ist. Zu breite Ziele sind zudem meist nicht einlösbar, da mehr Variablen und Faktoren eine Rolle spielen könnten als man zu berücksichtigen imstande wäre.

3. Eine Forschungsfrage ist zu entwickeln, die auch auf die zu wählende Methode verweist. Mit der Zielsetzung einhergehend ist die Forschungsfrage zu entwickeln. Fällt es schwer, sie einlösbar zu formulieren, dann muss die Zielsetzung noch einmal kritisch überprüft werden: Ist sie ggf. zu breit, zu offen, zu ungenau?

4. Die Forschungsmethode ist zu erläutern und und ihre Nutzung zu begründen. Die Wahl der einzusetzenden Methoden folgt nicht persönlichen Vorlieben, sondern der Zielsetzung und Forschungsfrage. Sollen empirische Methoden eingesetzt werden, müssen sie zum Forschungsweg passend gewählt werden. Bei der Wahl der Forschungsmethode(n) ist anzugeben, warum und mit welcher (Teil-)Zielsetzung sie zum Einsatz gelangen sollen.

5. Das Vorgehen und seine Phasen sind zu bestimmen und zu planen. Nun ist also der Forschungsplan aufzusetzen. Er berücksichtigt alle obigen Eckpunkte und bringt sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Außerdem finden sich in ihm Ansatzpunkte für Finanzierungsmöglichkeiten, Kooperationen, Reviews und ggf. für Teilpublikationen in Journals und Papers für Kongresse.

6. Die definierten Phasen sind durchzuführen, ggf. fallen Zwischenberichte an. Die Durchführung folgt der vorherigen Planung, wird aber immer offen sein für unerwartete Wendungen aufgrund von Zwischenergebnissen oder externen Einflüssen. Wichtig ist eine gute Protokollierung der eigenen Vorgehensweise und aller Ereignisse, die auf sie Einfluss genommen haben – insbesondere dann, wenn Drittmittel (Fremdfinanzierungen) mit im Spiel sind.

7. Die erlangten Ergebnisse sind auszuwerten, kritisch zu diskutieren und zu präsentieren. Die Schlussphase des Forschungsvorhabens zielt auf eine nachvollziehbare und auftragsgemäße Präsentation aller erzielten Ergebnisse, einschließlich negativer Ergebnisse. Es ist nicht entscheidend, ob ein Ergebnis »erfolgreich« ist mit Blick auf ein erhofftes Ziel, sondern es ist entscheidend, ob es wissenschaftlich ehrlich und nachvollziehbar zustande kam und vorgelegt wurde.

Mit der Prüfung durch die Gutachter und / oder mit der Publikation endet das Forschungsvorhaben nicht, sondern es wird ja Dritten bereitgestellt für deren weitere Forschung. Möglicherweise werden diese Dritten die Ergebnisse bestätigen, möglicherweise auch widerlegen – diese externe Validierung ist wichtig, sie ist prinzipiell ergebnisoffen, und was in dieser dem Forschungsvorhaben eigentlich nachfolgenden Phase auch geschieht, sollte der zuvor Forschende mit Spannung und Dankbarkeit auf sich zukommen lassen.

 
396012
Lesson Creator
Berlin, Germany
Fragen stellen und einander (!) Antworten geben...!
08/15/2016 • 
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Formulieren Sie dazu mindestens die ersten drei, am besten aber sogar die ersten fünf Punkte des Forschungsplans.
08/28/2016 • 
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